Kaltfolie

glänzender Metallic-Effekt auf Papier

Unter Kaltfolienveredelung versteht man eine spezielle und hochwertige Druckveredelung, bei dem eine Folie auf das Papier aufgeklebt wird um einen Metallic-Glanzeffekt zu erzielen. Sie wird unter anderem auch als Coldfoil bezeichnet und ist im Gegensatz zur Heißfolienprägung ohne thermische Fixierung möglich.

Technik

Im ersten Druckwerk überträgt eine standardmäßige Druckplatte anstelle von normaler Druckfarbe, Kleber auf die mit Kaltfolie zu veredelnden Stellen des Papiers.

Im zweiten Druckwerk kommt der Papierbogen mit der Kaltfolie in Kontakt. Dabei bleibt die Folie detailgetreu und mit sehr hoher Randschärfe auf den mit Kleber behafteten Stellen kleben und verbleibt dort dauerhaft. Ab dem dritten Druckwerk kann der Farbdruck beginnen. Alle Bereiche des Bogens können nun bedruckt werden, das heißt sowohl freie als auch bereits mit Kaltfolie belegte Flächen. Durch den Farbdruck wird so aus der standardmäßig silbernen Folie eine metallische Veredelung mit Glanzeffekt und Metallic-Farbtönen möglich.

vorteile

- individuelles Druckergebnis

- Eyecatcher durch Metallic-Farben

- hochwertige Form der Papierveredelung

- Gold und Silber mit Glanzeffekt drucken

- Fälschungssicherheit durch metallischen Effekt

Aufgrund der Möglichkeit die silberne Kaltfolie mit beliebigen Prozess- und Sonderfarben zu überdrucken, lässt sich mit nur einer Folie eine Vielzahl neuer Metallic-Farbtöne und Farbnuancen erzeugen. Zum Beispiel entsteht ein warmes Gold, wenn man die Folie mit Gelb- und Magentaanteilen überdruckt. Passergenauigkeit und Auflösung sind dabei ausgesprochen hoch. Doch nicht nur Gold und Silber kann man drucken. Vielmehr lassen sich mit dieser hochwertigen Form der Druckveredelung sämtliche metallische Farbtöne aufs Papier bringen und Glanzeffekte erzeugen. Man kann die Kaltfolienveredelung daher als „Erweiterung“ des Farbraums betrachten.

Anwendung von Lack

Die Anwendung von Lack nach dem Druck wird empfohlen, um die hochwertigen Produkte zu schützen. Dabei werden die besten „Glanzergebnisse“ von metallischen Objekten durch den Einsatz von hochglänzenden Lacken, auch UV-Lack erzielt. Der Gesamtfarbauftrag sollte maximal 340 % betragen.

einsatz

Akzidenzdrucke (Post- und Grußkarten, Visitenkarten, Flyer, Folder), Magazine und Zeitschriften, Mailings, Verpackungen, Kalender und Bücher, Faksimile

Für eine hochwertige Darstellung der metallischen Glanzeffekte sind gestrichene Papiere am besten geeignet. Es empfehlen sich daher matte oder glänzende Bilderdruckpapiere, guss- oder mattgestrichene Etikettenpapiere und gestrichene Faltschachtelkartons. Ungeeignet für die metallische Veredelung sind dagegen Drucke auf ungestrichenen Papieren und Naturpapieren wie z. B. Briefpapier.

Tipps zur Motivwahl bei Kaltfoliendrucken

Egal ob das Gestaltungselement von Natur aus einen metallischen Charakter hat, der durch die Kaltfolie nun auch auf Papier abgebildet werden kann oder ob das Motiv durch die glänzende Veredelung zu einem unverwechselbaren Eyecatcher wird, eine geeignete Veredelungsform ist der Kaltfoliendruck in jedem Fall.

Zu beachten gilt, dass sich für Kaltfoliendrucke farbige Motive, die sich scharf vom Hintergrund absetzen am besten eignen. Neben flächigen metallischen Veredelungen bietet sich das Verfahren auch für filigrane Motive an, da Passergenauigkeiten und Auflösungen ausgesprochen hoch sind. Da die Folie selbst einen silbernen Farbton und damit einen bestimmten Grauwert aufweist, sollte dieser im Zusammendruck mit den Prozessfarben berücksichtigt werden. Sehr helle und weiße Lichtbereiche sind daher mit Kaltfolie nicht darstellbar. Dagegen können gerade Spitzlichter gut aus der Silberfolie ausgespart werden und somit ebenfalls eine unverwechselbare Wirkung erzielen.

Auch Bilder mit einem sehr hohen Farbauftrag sollten im Gesamtfarbauftrag zurückgenommen werden, da auch hier der Farbton der Silberfolie selbst berücksichtigt werden muss.

Texte und Bilder von WDS Petermann GmbH

Tipps und tricks zur Datenerstellung

Empfehlung für die Auswahl von geeigneten Motiven:

- Motive, die sehr große, weiche Lichtbereiche enthalten, sind nicht optimal geeignet. Spitzlichter dagegen können aus der Silberfolie ausgespart werden

- Bilder die einen sehr hohen Farbauftrag erfordern, sollten im Gesamtfarbauftrag in der Bildbearbeitung zurückgenommen werden, da auch die

   Silberfolie im Farbton berücksichtigt werden muss

- sehr farbige, metallische Motive eignen sich besonders gut

- scharf vom Hintergrund abgesetzte Motive sind zu empfehlen, weiche Übergänge sind teilweise in der Silberfolie nicht möglich, weil die Anwendung

   der Aufrasterung sehr begrenzt ist

 

Adobe Fotoshop®

Der Farbauszug für die Silberfolie wird als Volltonfarbkanal angelegt. Die Datei kann als TIFF, inklusive des Volltonfarbkanals, abgesichert werden.

Der Freisteller für den Volltonfarbkanal sollte exakt gearbeitet werden, damit keine unschönen und un­­sauberen Übergänge zwischen veredelten und nicht veredelten Teilen entstehen. Die Motive sollten kontrastreicher bearbeitet werden, um dem Grau- und Farbwert der Silberfolie entgegenzuwirken. Damit wird auch eine Verflachung des Bildes verhindert. Sind in einem Motiv z. B. goldene Metalle zu veredeln, ist es sinnvoll Cyan- und Schwarz-Anteile zu reduzieren, denn die Silberfolie enthält bereits hohe Anteile davon. Magenta- und Yellow-Anteile sollten im Farbauftrag erhöht und kontrastreicher bearbeitet werden. Weiße und hellere Lichtbereiche sollten nicht in reiner Folienfarbe dargestellt werden. Das Auge lässt sich eher täuschen, wenn die helleren Bereiche von Prozessfarben überdruckt werden (100% Silberfolie + 10% Cyan, 10% Magenta oder 10% Yellow). Es ist sinnvoll, Überlegungen für Überfüllungen anzustellen, um „Blitzer“ zu vermeiden. Helle, metallische Objekte sollten 1 bis 2 Pixel in dunkle Hintergründe überfüllt werden, jedoch ausschließlich im Silberfolienkanal. Damit geht die Silberfolie optisch wesentlich besser in den dunklen Hintergrund über. Die Überfüllung könnte direkt in Photoshop® als eine um 1 Pixel erweiterte Auswahl angelegt werden. Der Silberfolien-Volltonfarbkanal ist dann 1 Pixel größer als das freigestellte, zu veredelnde Objekt selbst. Motive, die sehr viel Schwarz-Anteile enthalten, sollten überarbeitet werden. Das Schwarz wirkt besser, wenn es mit Cyan, Magenta und Yellow erzeugt wird, reines Schwarz kann dagegen matt und leblos auf der Silberfolie aussehen. Die Kunst der Lithografie ist bei diesem Thema durchaus wieder aktuell. Es bedarf einer sehr guten farblichen Vorstellungskraft, um sich eine 5. Farbe als Farbraumerweiterung zu Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz vorzustellen. Eine Simulation am Monitor ist nur schwer möglich. Als Hilfsmittel in Photoshop® kann man in den Volltonfarbkanal-Optionen einen 50%–60%igen Grauwert für den Silberton einstellen, aber das ist bei weitem keine farbechte Simulation.

 

Adobe InDesign®

Durch die nahtlose und native Zusammenarbeit zwischen Photoshop®, Illustrator®, InDesign® und Acrobat® sind gerade Veredelungen ohne großen Aufwand zu bewerkstelligen. Um Elemente und Objekte direkt in InDesign® metallisch einzufärben, ist es notwendig zuerst den Vollton für die Silberfolie anzulegen. Dann sollte der 4c-Farbwert als Prozess-Farbtyp (CMYK) angelegt werden. Als letztes ist ein Mischdruckfarben-Farbfeld mit dem gewählten Prozesston anzulegen plus dem Vollton. Illustrator®-Grafiken können nativ platziert und entsprechend mit den Mischdruckfarben eingefärbt werden. Transparenzen, die einen derartigen Mehrfarbton enthalten, sollten nicht angewendet werden - auch Bilder sind nicht transparent zu platzieren. Native Illustrator®-Transparenzen sind ebenfalls nicht zu empfehlen. Bei der Reduzierung der Transparenzen kann es zu nicht vorhersehbaren Druckergebnissen kommen, z. B. die Aufrasterung des Silberfolienfarbauszuges. Acrobat®, Illustrator®, InDesign® und Photoshop® sind eingetragene Marken von Adobe®

Texte und Bilder von WDS Petermann GmbH

Infos zu digitaler Kaltfolie unter info@waissraum.de

Ihr Ansprechpartner: Sandra Beckmann

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